dm stellt in einem InstaVideo ein neues Dusche+Shampoo Produkt für Kinder von ihrer Eigenmarke Saubär vor. Es gibt 2 Produktvarianten, ein rosa Einhorn und ein grüner Dino.
Ihr kennt es schon, das Einhorn hat natürlich Wimpern, die Augen des Dinos nicht. Dafür hat der Dino, wie es sich für ein „Jungs“produkt gehört, den Mund offen und er zeigt seine gefährlichen Zähne – um seine Wildheit auszudrücken.
Jetzt soll dm bitte nicht erzählen, dass das Einhorn nicht für die Zielgruppe Mädchen und der Dino für Jungen entworfen wurde. Wie so oft reproduziert dm hier wieder veraltete Geschlechterklischees.
In der Produktbeschreibung auf der Website wird der Duft des Einhorn Shampoo mit „verführerischen! Duft nach frischen Himbeeren“ und der des Dinos mit „erfrischenden Apfelduft“ beschrieben.
Verführerisch? Warum wird ein Kinderprodukt mit verführerisch beworben? Warum sollte ein Kind nach Gebrauch dieses Produktes verführerisch duften? Wir brechen das Kopfkino an dieser Stelle zum Wohle aller Leser*innen ab. Die Frage aber bleibt: Seid ihr nicht mehr ganz saubär – dm???
Im rosa Einhorn ist natürlich eine 3in1 Kombi Dusche+Shampoo und Pflegespülung. Auf dem Dino steht nur Dusche und Shampoo.
Laut Inhaltsbeschreibung allerdings sind in beiden Packungen die gleichen Inhaltsstoffe enthalten. Warum steht also Spülung nur auf der Einhornpackung?
Genau das gleiche Produkt in beiden Flaschen, aber es wird unterschiedlich beworben.
Außerdem kostest das Einhorn 20 Cent mehr. Pink Tax, also Produkte für Frauen als Zielgruppe sind teurer als die für Männer, auch schon bei Kinderprodukten. Was noch alles, dm?
Auf Nachfrage, warum das Einhorn teurer ist, wurde uns geantwortet, dass der Herstellungsprozess teurer ist. Es gibt soviele andere Tiere zur Auswahl, warum wählt dm dann das Einhorn aus und nicht Pinguin, Erdmännchen oder Tiger?
Gute Anregungen wie es besser geht, gibt es auch unter dem Werbevideo auf Insta.
„Ich fände etwas neutrales, was Jungs und Mädchen gleichermaßen anspricht mal gut. Evtl. Gelb oder Orange … und ein Bär“
„Schade, dass wir immer wieder beim Klischee Dino und Einhorn landen…“
„Finde ich schon wieder scheiße! Immer nur Dinos, warum? Alles Produkte für Jungs immer nur Dinosaurier, Fußball. Gibt es denn nichts anderes? Macht doch mal einen blauen Flamingo oder eine Eule, es gibt so viele Möglichkeiten.“
„Schön, weiter die @rosahellblaufalle reproduzieren“
Wir hoffen, dass von dm mehr kommt als nur ein „Danke für dein Feedback“ .Wie wär’s in Zukunft mit echter Frische? Saubär sollte helfen, Klischees abzuspülen statt sie immer wieder neu aufzuschäumen..
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Wenn ihr das auch so seht und ihr euch mit uns zusammen dafür einsetzen wollt, dann schreibt gerne an die Firmen oder nutzt unsere Vorlage dafür https://goldener-zaunpfahl.de/gruselkabinett/briefvorlage/
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Karlsruhe und ein herzlicher Dank für die Einreichung an Nina
(NT)