tetesept hat in ihrem Angebot diese beiden Badezusätze für Kinder. Das eine in grün mit einem Dino, das andere ist lilafarben mit einem Einhorn. Das ist klassisches Gendermarketing, obwohl nicht explizit Junge oder Mädchen auf der Verpackung steht.
la und Pastelltönen. Die großen Augen mit Wimpern, Glitzer, Sternen und Regenbogenhaaren sollen für süß, niedlich und verträumt stehen. Begriffe wie „Einhorn Magie“ unterstreichen das noch einmal. Diese Gestaltung entspricht genau den Bildern, die Kinder aus Werbung, Spielzeug und Medien oft als „mädchenhaft“ kennenlernen.
Das Dinosaurier-Produkt dagegen nutzt grün- und dunkle Farben sowie ein starkes, wildes Tier mit scharfen Zähnen und Action-Ausstrahlung. Der Dinosaurier wirkt mutig, laut und abenteuerlich. Dazu passt auch die insgesamt dynamischere Gestaltung. Auch das entspricht typischen Vorstellungen davon, wie ein Junge sein soll.
Gendermarketing schafft zwei Zielgruppen, wo vorher nur eine war.
Es werden dafür bestimmte Codes benutzt, wie die Farben grün und blau, wilde Tiere, Fahrzeuge und Superhelden für Jungen und Farben wie lila und pink mit Feen, Einhörnern und Glitzer für Mädchen.
Diese Rollenbilder sind konstruiert und nicht wissenschaftlich belegt.
Durch Werbung, Spielzeug, Kleidung und Zweiteilungen in Geschäften wird Kindern schon von klein auf vermittelt, was für Jungen und was für Mädchen vorgesehen ist und was sie zu interessieren hat. Neben diesen Punkten tragen Erwachsene ebenfalls zum Erhalt von Rollenklischees bei. Dies geschieht zum Beispiel durch farbkodierte Geschenke oder Kommentare, dass ein Spielzeug oder Kleidungsstück aufgrund der Farbe doch für das andere Geschlecht gedacht sei.
Folglich muss auf der Verpackung nicht explizit “für Mädchen” stehen, denn diese werden sich in den allermeisten Fällen aufgrund von Klischees, Vorbildern und Werbung für das pinke Produkt entscheiden. Jungen greifen entsprechend zu dem grünen Dino.
Somit sind Kinder nicht wirklich frei in ihrer Wahl.
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach München und ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community.
(NT)