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tesa fixiert Klischees mit Panzertape

Lustig gemeint, aber voller Klischees sind die neuen Beiträge “für Männer” aus dem Do-it-yourself Magazin von tesa. In drei Videos packt ein Mann (welcher erschrocken feststellt, dass heute schon Heiligabend ist) drei verschiedene Gegenstände mit Material ein, welches er schnell im Keller findet. Immer dabei irgendwas klebendes von tesa.
Zwei Vorschaubilder für Videos “ Socken als Geschenk einpacken” und “Flasche als Geschenk einpacken” in denen ein Mann im Keller sitzt und jeweils ein schnell eingepacktes Geschenk in der Hand hält.
Foto: © tesa SE, Screenshot: klische*esc e. V. (Quelle: https://www.tesa.com/de-de/buero-und-zuhause/do-it-yourself-magazin/buch-als-geschenk-einpacken.html )

Nicht dabei sind, wie auch in der Videobeschreibung angemerkt, spezifische Weihnachtsprodukte oder irgendetwas, das darauf hindeutet, dass der Protagonist in den letzten 24 Tagen außerhalb seines Kellers etwas von der Adventszeit und dem nahenden Weihnachtsfest mitbekommen hat.

Einleitungstext zum DIY-Video “Socken als Geschenk einpacken”: “Weihnachten kommt mal wieder überraschend schnell". Deswegen haben wir ein paar Last-Minute-Ideen für euch. Für Männer. "Wir kennen euch – und wir wissen, dass ihr kein Geschenkpapier oder unsere fantastischen Produkte besitzt.”
Foto: © tesa SE, Screenshot: klische*esc e. V. (Quelle: https://www.tesa.com/de-de/buero-und-zuhause/do-it-yourself-magazin/buch-als-geschenk-einpacken.html)

Denn Männer sind laut tesa auf etwas so Überraschendes wie Weihnachten einfach nicht vorbereitet… Die Spots sind lustig gemacht und die Verpackungsideen durchaus kreativ. Das Problem liegt jedoch in der Festigung der Rollenbilder, die besonders in der Weihnachtszeit wieder deutlich hervortreten. Frauen dekorieren, kaufen, besorgen, bedenken und bereiten über Wochen alles vor, während Männer am Heiligabend spontan kreativ werden (dürfen). Dafür kassieren sie am Ende ein liebevolles Schulterklopfen der Angehörigen, denn „so sind sie nun mal“.

Aber man stelle sich vor, 100% der Bevölkerung würde am 24. Dezember feststellen, dass Weihnachten ist, und dann nur noch schnell das Allernötigste erledigen. Wäre das Realität, wäre es mit der Nachsicht der Verwandtschaft schnell vorbei. Denn die Kehrseite dieser Medaille ist, dass die gesamte Erwartung an ein schön geschmücktes Haus, passende und liebevoll eingepackte Geschenke und leckeres Essen NICHT bei den Männern liegt.

Das finden wir leider gar nicht lustig und winken mit einem weihnachtlich leuchtenden Zaunpfahl nach Norderstedt.

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community

(SL)

 

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