Nicht dabei sind, wie auch in der Videobeschreibung angemerkt, spezifische Weihnachtsprodukte oder irgendetwas, das darauf hindeutet, dass der Protagonist in den letzten 24 Tagen außerhalb seines Kellers etwas von der Adventszeit und dem nahenden Weihnachtsfest mitbekommen hat.
Denn Männer sind laut tesa auf etwas so Überraschendes wie Weihnachten einfach nicht vorbereitet… Die Spots sind lustig gemacht und die Verpackungsideen durchaus kreativ. Das Problem liegt jedoch in der Festigung der Rollenbilder, die besonders in der Weihnachtszeit wieder deutlich hervortreten. Frauen dekorieren, kaufen, besorgen, bedenken und bereiten über Wochen alles vor, während Männer am Heiligabend spontan kreativ werden (dürfen). Dafür kassieren sie am Ende ein liebevolles Schulterklopfen der Angehörigen, denn „so sind sie nun mal“.
Aber man stelle sich vor, 100% der Bevölkerung würde am 24. Dezember feststellen, dass Weihnachten ist, und dann nur noch schnell das Allernötigste erledigen. Wäre das Realität, wäre es mit der Nachsicht der Verwandtschaft schnell vorbei. Denn die Kehrseite dieser Medaille ist, dass die gesamte Erwartung an ein schön geschmücktes Haus, passende und liebevoll eingepackte Geschenke und leckeres Essen NICHT bei den Männern liegt.
Das finden wir leider gar nicht lustig und winken mit einem weihnachtlich leuchtenden Zaunpfahl nach Norderstedt.
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community
(SL)