PUKY steht für Qualität und kindgerechte Fahrzeuge, doch die Farbwahl bleibt ein altmodisches Rätsel. Besonders auffällig ist die Werbung, in der ein Mädchen in Rosa ihren Teddy in den Fahrradkorb setzt, während der Junge im Abenteuerlook bereit steht, das Gelände zu erobern. Oder die, wo ein Mädchen in einem komplett in rosa gehaltenen Zimmer genervt aufs Bett fällt und ruft: “Ich will nicht grün, ich will rosa!” Mehr Klischee kann man kaum ausrollen.
Obwohl PUKY auf ihrer Website auch weiblich gelesene Kinder auf blauen Rädern zeigt, bleibt Rosa für Mädchen reserviert. Nahezu jedes Produkt gibt es in einer rosafarbenen Version, die farbliche Trennung zwischen Rosa und Blau/Grün ist besonders bei den Produkten für Kleinkinder auffällig. Das Problem liegt dabei vor allem in der gelernten symbolischen Bedeutung: Rosa steht für Fürsorglichkeit, Blau und Grün für Abenteuer. So schleicht sich eine subtile Botschaft in den Kinderalltag: „Bleib in deiner Rolle.“
PUKY bietet tolle Räder, bleibt aber in alten Mustern stecken. Es wäre so einfach, Kindern die Freiheit zu geben, ihre Lieblingsfarbe ohne Geschlechterklischees zu wählen. Warum lassen sich auf rosa Rädern keine Abenteuer erleben? PUKY, schaltet mal einen Gang höher und bringt frischen Wind in die Farbpalette! Lasst uns den kleinen Abenteurerinnen und Prinzen die Freiheit geben, ihre eigenen Wege zu fahren!
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Wülfrath und ein herzlicher Dank für die Einreichungen an unsere Community
(SL)