Die Clean & Clever GmbH bewirbt ihren pinken Autowaschschaum mit einer großbrüstigen Comicfigur in lasziver Pose. In den Autowaschanlagen Prim Wash kann man sein Auto mit pinken, blauen und grünen Schaum waschen. Der blaue Schaum wird mit einem süßen, kleinem Auto im Comicstil beworben, was ja auch zu einer Waschanlage passt.
Dann kommt der grüne Schaum, der mit Hulk beworben wird – als ob wir nicht schon genug mit Klischees über Männer und ihre „Macht“ zu kämpfen hätten! Der pinke Schaum wird mit einer sich lasziv räkelnden Frau, bekleidet mit einem sehr knappen Bikini, beworben. Hier wird mit dem Klischee gespielt, dass Männer davon träumen, dass ihre Autos von leicht bekleideten Frauen gewaschen werden. Da der Schaum pink ist, kommt auch der Gedanke, dass Frauen angesprochen werden sollen. Denn, wie viele Werbungen uns weiß machen wollen, lieben ja alle Frauen pink. Aber wollen wir Frauen unser Auto da waschen, wo wir so dargestellt werden? Diese Werbung ist weder clever noch originell, dafür umso sexistischer. Bitte wegspülen!
Es ist an der Zeit, dass Unternehmen aufhören, Frauen auf diese Weise zu objektivieren und stattdessen echte, respektvolle Werbung machen, die die Qualität ihrer Produkte in den Vordergrund stellt. Denn ganz ehrlich, wer will schon sein Auto mit einem Hauch von Sexismus und Klischees waschen?
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Titz und ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community
(NT)