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„Ja klar, Frauen transportieren Baumaterial nur in pink und Glitzer“

Die Globus Baumarkt Kette verkauft PKW-Anhänger in den Farben, silber/alufarben, grün/camouflage und pink. Passend zum pinken Pkw-Anhänger, gibt es pinke, glitzernde Plane mit der Aufschrift „Hauptsache es ist pink und glitzert. Girls on Tour“ zu kaufen. Endlich dürfen auch Frauen Baumaterial transportieren, denn scheinbar geht das nur in pink und mit Glitzer. Ganz gemäß dem Geschlechterklischee lassen sich in diesem Angänger bestimmt auch nur Baumaterialien für einen neuen Schminktisch oder ein Schuhregal transportieren. Damit bloß kein Mann auf die Idee kommt, den Anhänger mit pinker Plane zu benutzen, steht explizit drauf „Girls on Tour“. Wäre ja ein Faupax, wenn ein Mann seine Baumaterialien in einem pinken Anhänger transportiert. Besonders beim Thema Baumärkte und Bau sind diese Stereotypen leider immer noch fest verwurzelt und schwer abzubauen.

Pinke, grüne, silberne Anhänger sind eigentlich schön und machen das Straßenbild bunter. Aber die müssen doch nicht explizit für Frauen und Männer gekennzeichnet sein, es wäre doch viel einfacher, wenn einfach jede/r seine/ihre Lieblingsfarbe wählen könnte, oder?

Aufeinander gestapelte Leihanhänger, der obere in pink mit einer Aufschrift auf der Plane: Hauptsache es ist PINK und GLITZERT - Girls on tour
Aufeinander gestapelte Leihanhänger, der obere in pink mit einer Aufschrift auf der Plane: Hauptsache es ist PINK und GLITZERT - Girls on tour

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach St. Wendel zu Globus Fachmärkte GmbH & Co.KG und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @mai_avitoria.

(nt)

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