Zwar mag das breite elastische Bündchen und die integrierten, stützenden Shorts eine gewisse Funktionalität bieten, doch es drängt sich der Eindruck auf, dass alte Klischees über Frauen und deren Rolle aufrechterhalten werden: Sportlich und attraktiv, bitte! Während Männer im Sport die Freiheit genießen, sich vor allem bequem zu kleiden, wird Frauen (und hier schon Mädchen!) ein doppelter Leistungsdruck auferlegt – im Spiel und im Aussehen.
Hier wird der Druck deutlich, sich stets für das Auge des Betrachters inszenieren zu müssen. Anstatt eine sportliche und funktionale Kleidung anzubieten, die das Wohlbefinden fördert, scheinen Produkte wie dieser Skort die Erwartung zu vermitteln, dass Mädchen nicht nur im Sport, sondern auch im Aussehen „performen“ müssen.
Funktionale Kleidung braucht keine sexistischen Botschaften. Das sollte sich auch der Sportriese Decathlon auf die Fahnen schreiben, wo der Skort mit eben jener Beschreibung vertrieben wird. Weniger Klischees, mehr Fairplay bitte!
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Hürth und ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community.
(SL)