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Berufsklischee über den Wolken

Die Firma Condor bietet in ihrem Bordmagazin zwei Teddybären an. Die Teddys selber sind identisch aus hellbraunem Plüsch und geschlechtslos. Der eine Teddy trägt eine blaue Condor-Uniformjacke mit vier Streifen und eine passende Mütze dazu auf dem Kopf. Der andere Teddy trägt ebenso eine blaue Condor-Uniformjacke und hat um den Hals ein gelbweißgestreiftes Tuch gebunden.

Doppelseite aus dem Condor Bordshopmagazin. Spielzeug für Kinder, sieben bunte Spielzeugflugzeuge werden beworben. Und die beiden Teddys in Uniformjacken. Zu jedem Spielzeug gibt es einen kurzen Text und den Preis.
Foto: (c) privat / klische*esc e.V.
Zoom auf die angebotenen Teddy im Bordmagazin. Beide Teddy in hellbraunem Plüsch, einer davon mit blauer Mütze und blauer Uniformjacke mit vier Streifen, daneben der andere Teddy mit blauer Uniformjacke und gelbweiß gestreiftes Halstuch um den Hals. Text dazu Ausschnitt: Erhältlich als Pilot oder Flugbegleiterin
Foto: (c) privat / klische*esc e.V.

Als Beschreibung zu den Teddys heißt es “Erhältlich als Pilot oder Flugbegleiterin”.

Warum steht da nicht Pilot*in oder Flugbegleiter*in? Condor, bei euch arbeiten doch auch Pilotinnen und Flugbegleiter, die ihr auch stolz auf der Seite condor.com vorstellt.

Oder sollen die Kinder, die vielleicht eure zukünftigen Kolleg*innen werden, wieder in längst überholte Rollenklischees gedrängt werden? Bitte überarbeitet nochmal eure Produktbeschreibung.

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Neu-Isenburg, und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @jenny_o_312.

(nt)

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