Mit Mädchen malen, mit Jungen toben

Foto (c) privat

Das Bonhoeffer-Gemeindezentrum möchte Kinder zu Freizeitaktivitäten anregen – mit einem Plakat für Mädchen, auf dem tanzende Kinder und Malfarben abgebildet sind sowie einem Plakat für Jungen, welches Kinder im Wald, beim Fußballspielen und Tauziehen zeigt.

Man hört förmlich schon die Rechtfertigung: Mädchen haben nunmal eine kreative Ader und Jungen sind eben wild.

In den FAQ des Goldenen Zaunpfahl, wird folgendes darauf entgegnet:

Foto: (c) Der goldene Zaunpfahl, Screenshot: @klische*esc e.V

Denn: Was passiert mit Mädchen, die gerne toben und flitzen, wenn sie merken, dass diese Beschäftigungen nicht für sie gedacht sind? Welche Botschaft kommt bei Jungen an, die gern Singen und Malen würden, aber das Plakat sie mit den großen bunten Buchstaben „Mädchenjungschar“ von diesen Aktivitäten ausschließt. Vielleicht sind sie “nicht normal”? Nicht richtig?!
Kindern durch Festlegung vermeintlich passender Freizeitaktivitäten einzutrichtern, dass eben genau diese Tätigkeit für ihr Geschlecht geeignet ist und eine andere nicht, schränkt die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein und fördert zudem eine geschlechterspezifische Denkweise.

Koedukation hat sich spätestens in den 1960er Jahren durchgesetzt, Gender-Marketing hingegen verstärkt den Trend, dass Freizeitaktivitäten zunehmend geschlechter getrennt und nach Tätigkeiten unterteilt, stattfindet. Das ist nicht plausibel.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Hemsbach an das Bonhoeffer-Gemeindezentrum und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @nadinemolaro!

(tl)

VÖ: 03/21