„Haribo macht Kinder froh“ steht auf der Tüte. Und was macht Kinder offenbar besonders froh? Klar, Gendermarketing!
Heute in Form von: Lippenstift, Mascara, Schminkpinsel, Taschenspiegel und Schleifchen.
Als Fruchtgummi. Kannst du dir nicht ausdenken.
HARIBO schon!
Aber die Form der Süßigkeiten erzählt noch eine zweite Geschichte: Die Fruchtgummis sind in Form von Beauty-Utensilien wie Lippenstift, Mascara, Schminkpinsel und Taschenspiegel. Auch eine Schleife darf nicht fehlen.
Die Verpackung setzt das passende Umfeld dazu: rosa Schrift, rosa Illustrationen von Kosmetikartikeln und der Name „Pink Bag“. Müller bewirbt die Mischung auf Instagram zusätzlich mit „Pretty in Pink“ und Herzchen.
Natürlich steht nirgendwo „nur für Mädchen“.
Muss es auch nicht.
Denn Pink, Schleifchen, Schminke, Lippenstift und Mascara bilden gemeinsam einen kulturell ziemlich eindeutig lesbaren Code.
Und genau hier wird es noch einmal besonders schwierig. Denn die Pink Bag vermittelt nicht nur: Kosmetik gehört zu einer rosa und damit weiblich codierten Welt. Sie vermittelt zugleich, dass Schminken und Sich-schön-Machen ganz selbstverständlich zum Mädchen-Sein dazugehören.
Lippenstift, Mascara, Schminkpinsel und Taschenspiegel sind schließlich keine neutralen Gegenstände. Sie stehen dafür, das eigene Aussehen zu gestalten und zu verändern. Wenn ausgerechnet diese Symbole Kindern immer wieder als Bestandteil einer vermeintlich weiblichen Welt begegnen, lernen Mädchen früh: Aussehen ist wichtig. Schönheit ist Arbeit. Und Schminken gehört irgendwie dazu.
Natürlich zwingt ein Fruchtgummi niemanden, Mascara zu benutzen. Und Schminken kann Spaß machen, kreativ sein und freiwilliger Selbstausdruck sein. Problematisch wird es dort, wo es nicht als eine Möglichkeit unter vielen, sondern schon im Kindesalter als selbstverständlicher Bestandteil von Weiblichkeit inszeniert wird.
So wird aus „Haribo macht Kinder froh“ ganz subtil: Als Mädchen bist du nun mal so!
Das ist gruselig, denn:
Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Bonn, zum Sitz der HARIBO GmbH & Co. KG. Als Herstelleradresse wird D-53105 Bonn angegeben.
Und ein kleiner Wink geht auch an Müller, wo die Pink Bag auf Instagram mit „Pretty in Pink“ noch einmal passend in Szene gesetzt wird und an Rossmann, wo die Packungen im Regal liegen.
Dieser Beitrag wurde mit Hilfe von KI erstellt.
Ein herzlicher Dank für die Einreichung an unsere Community!
(SL)