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Genialer Väterquatsch ohne Mütter

Die Marke Topp aus dem Frech-Verlag hat unter dem Namen „Made by Papa“ eine ganze Serie an Büchern und Bastelsets herausgebracht. Diese richten sich explizit an „die coolsten Väter“ und beinhalten ein „richtig cooles Papa-Kind-Projekt“. Väter werden mit cool assoziiert und Mütter nicht, oder wie?!
Besonders bitter wird es bei der Beschreibung: „Genialer Quatsch für draußen“, denn Papas machen mit den Kindern wohl nur Quatsch, sie erziehen nicht. Die Care-Arbeit machen andere. Aber gleichzeitig werden Papas und ihre Ideen gefeiert, auch wenn es nur Quatsch ist.
Wir sind uns jedenfalls sicher, dass auch Mütter gerne mit ihren Kindern „Genialen Quatsch für draußen“ basteln möchten und Männer gleichberechtigt die Care-Arbeit übernehmen dürfen und wollen. Hoffentlich kommt das 21. Jahrhundert auch irgendwann beim Frech-Verlag an, welcher schon mehrfach durch Gendermarketing aufgefallen ist.

Foto eines Buchcovers. Titelsufschrift: "Made by Papa Outdoor. Verrückte Draussen-Projelte für Väter und Kinder. Making cool stuff!"
(c) Frech-Verlag, Foto: privat
(c) Frech-Verlag, Foto: privat

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Gerlingen, und ein herzlicher Dank für die Einreichung an Lisa @pappnase90.

(ndg)

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