Dinoparty für Jungs – Party in rosa für Mädchen

Unser KlischeeOlé im August: Geschlechtergetrennte Ballonsets von Ballonfieber!

Dass „Kindergeburtstage zunehmend geschlechtergetrennt“ gefeiert werden, haben wir bereits hier beschrieben. Auch Ballonfieber leistet seinen Gendermarketing-Beitrag hierzu. Der Online-Partyausstatter verlost auf seiner Instagram-Seite je ein Ballonset für einen Jungen und für ein Mädchen. Während die Jungs mit gefährlichen Dinosauriern Geburtstag feiern dürfen, ist für die Mädchen das Motto „Rosa und Punkte“ angedacht.

Ballonsets
Screenshot: klische*esc

Die Teilung an sich sorgt dafür, dass sich auch auf Kindergeburtstagen nicht mehr Kinder jeden Geschlechts im Spiel begegnen. Durch die weibliche bzw. männliche Konnotierung bestimmter Sportarten und frühen Normen, mit wem Kind sich nachmittags verabreden darf („Iiih, wieso bist du denn mit Theo verabredet? Der ist doch ein Junge?!“), verbringen Kinder ohnehin immer größere Teile ihrer Freizeit mit Kindern des eigenen Geschlechts. Statt nun zum Geburtstag primär einzuladen, mit wem Kind gern zusammen ist, drängen Deko und Motto der Party spätestens aufgrund der entsprechenden Vermarktung den Einladenden und Eingeladenen auch hier als wichtigstes Kriterium auf: Passt das Geschlecht?

Zusätzlich strotzt die Werbeanzeige von Ballonfieber nur vor Klischees. Während die sichtlich amüsierten mutmaßlich männlich zu lesenden Kinder tatsächlich Gäste einer Geburtstagsparty sein könnten, blicken die Mädchen angepasst und brav lächelnd in die Kamera. Bei den Mädchen wurde der Fokus eher auf das Aussehen als auf Authentizität gelegt. Warum sonst ist ihr Outfit und auch ihr Make-Up farblich auf das Ballonset abgestimmt, während dies bei den Jungs keine Rolle spielt?

Die Anzeige bietet keinen Spielraum, sich als Junge für die „Mädchen-Version“ zu entscheiden oder umgekehrt, da explizit Jungen- bzw. Mädchensets verlost werden. Dadurch werden auch Kinder ausgeschlossen, die sich nicht als weiblich oder männlich identifizieren.

Hinter all dem steht auch die große Frage, warum die Jungen sowohl in der Anzeigengestaltung als auch im Inhalt des Ballonsets mal wieder abenteuerlich und „wild“ sind, die Mädchen jedoch mit rosa Cupcakes und Shakes zufrieden sein müssen? Warum nur müssen Ballonsets überhaupt irgendeinem Geschlecht zugeordnet werden?

Dass das Team von Ballonfieber auch in anderen Bereichen Wert legt auf klischeehafte Zuweisung und schon vorgeburtlich eine Geschlechtertrennung einführen möchte, das zeigen z. B. die Sets „Babygirl“ und „Babyboy“ , die für Gender-Reveal-Partys gedacht sind. Rosa und lila Ballons für Mädchen, blaue und grüne für Jungs.

Ein Wink mit dem Goldenen Zaunpfahl geht an Ballonfieber Nürnberg.

(sb/sh)

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