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Rosa-Hellblau Kuchen zur Einschulung – 6, setzen!

Was haben all die Kuchen gemeinsam? Sie stecken Kinder in Schubladen und fördern aktiv die Einteilung von Jungen und Mädchen in vorgegebene Farbmuster, denn es stehen nur rosa und hellblau zur Auswahl und wir alle wissen, was das bedeutet. Den Kindern werden durch die entsprechenden Kuchen auf ihrer eigenen Einschulungsfeier Genderklischees aufgetischt. 

Drei Bäckereien machen es in unseren Beispielen vor, unzählige weitere haben mit Sicherheit auch die Rosa-Hellblau-Falle im Angebot.

Foto aus der Bäckerei Junge von einem Werbeschild. Abgebildet ist auf gelbem Hintergrund eine hellblaue Torte in Form einer Schultüte mit Streuseln und den Buchstaben A, B, C. Obendrüber steht “Schultorte”. Links ist die gleiche Schultüte, kleiner nochmals abgebildet in der Alternativversion mit rosa Zuckerguss.

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht jeweils an die Bäckerei Junge in Lübeck, die Bäckerei Exner aus Beelitz sowie die Bäckerei Büsch in Kamp-Lintfort, außerdem ein herzlicher Dank an die Einreichenden!

(tl)

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