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Klischee-Püree für Hunde oder „Geschlechtermampf“ für Hunde

Aufsteller mit Hundefutter in einem Geschäft, der untereilt ist in eine schwarze und helle Seite. auf der dunklen Seite ist das Herrchen angesprochen und es gibt Rind-und Lammfleisch für den Hund. Die helle Seite ist an das Frauchen gerichtet mit Hundefutter aus Geflügel.

Klischees machen auch bei der Nahrung von Haustieren keinen Halt. Der Aufsteller für Hundenahrung ist in 2 Bereiche geteilt: Eine Seite für Produkte, die das Herrchen kaufen soll und die andere Seite für das Frauchen. Und was kaufen Männer ganz klischeehaft? Natürlich „richtiges“ Fleisch, also Rindfleisch. Weil Herrchen seinen „Partner in crime“ (aus der Produktbeschreibung) genau kennt. Für den Hund des Frauchen gibt es nur Geflügel zu kaufen. Frauchen achtet doch bestimmt, wie alle Frauen, auf die Linie, ernährt sich gesund, dass natürlich auch bei ihrem „Schatz“ (aus der Produktbeschreibung). Die Unterteilung nach Geschlecht ist bei Tiernahrung per se schon unsinnig, aber nach Geschlecht des Besitzers oder der Besitzerin einfach nur absurd. Was passiert eigentlich, wenn das Frauchen einen Rüden hat oder das Herrchen eine Hündin? Kauft man nach Geschlecht des Menschen oder des Tiers? Unser Tipp: am besten kauft man ein anderes Hundefutter, dann stellen sich solche absurden Fragen erst gar nicht.

Fotos des Aufstelllers im Geschäft aus 01.2022

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Münster zur Stroetmann Tiernahrung GmbH &CoKG und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @fusal86

Crowdfunding

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