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Damit auch schon die Kleinsten ihre Farbe kennen

Wenn Kinder schon von klein auf in bestimmte Farb-, und damit Rollenschemata, gedrängt werden, fällt es umso schwerer in späteren Jahren hieraus auszubrechen. Ein klassischer Fall für die „Rosa-Hellblau Falle“.

Bei dem Baby- und Kinderausstattungsgeschäft „RosaHimmelblau“ in Darmstadt finden sich klar in Mädchen (rosa) und Jungen (blau) unterteilte Bereiche und Zuteilungen. Doch das Problem geht noch weiter, denn es sind letztlich nicht „nur“ Farbklischees über die wir uns unterhalten. Auch bestimmte Attribute werden auf Grund bestehender Rollenklischees mit den unterschiedlichen Farben assoziiert und so den Kindern übergestülpt.

Zum Beispiel: Jungs werden Ingenieure, sind stark und mutig und tragen blau, und Mädchen werden Pflegerin, sind schön und lieb und tragen rosa. Wollen (werdende) Eltern diese Thematik umgehen, wird es ihnen von der Industrie somit von vornherein erschwert. Denn farbneutrale Alternativen zu finden kostet extra Zeit und Mühe, die sicherlich anderswo gebraucht werden würden…

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Darmstadt,
und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @paulat

(hk)

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