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Carearbeit soweit das Deo hält

“Manchmal kommt alles auf einmal, aber auf mein Deo ist Verlass”, textet die Beiersdorf AG in ihrer Nivea-Werbeanzeige. Dabei zu sehen: eine weiblich gelesene Person mit einem Baby auf dem Arm, ein Smartphone zwischen Ohr und Schulter geklemmt, einen Teller in der Hand. Auf Gendermarketing ist offensichtlich ebenfalls Verlass.

Foto: (c) nivea, Screenshot: klische*esc e.V.

Dabei hat es so gut angefangen, benutzen sie doch ein Gendersternchen bei: “72h Deoschutz für Alltagsheld*innen”.

Aber letztendlich handelt es sich um ein weißes Deo, das also nicht aus der “Nivea men”-Serie stammt, das von einer weiblich gelesenen Person beworben wird, die Carearbeit macht und dabei anscheinend nicht wenig Stress hat. Aber solange ihr Deo dabei hält, lacht sie unbeschwert.

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Hamburg und ein herzlicher Dank für die Einreichung an @papa_ohne_plan.

(sb)

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