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Beton is a girl’s best friend

Die kreative “Lady” von heute hat selbstredend ihren eigenen Beton. Auf der Internetseite der Firma LadyBeton gibt es verschiedene Ideen für Objekte, die Frau mit besagtem Beton herstellen kann. Diese werden alle explizit als kreative Objekte beworben. Hierdurch wird suggeriert, dass Beton, der Werkstoff eines im Allgemeinen als männlich angesehenen Berufs des Bauarbeiters, zwar auch von Frauen benutzt werden kann, dann jedoch nur in einem bestimmten Format.

(c) Screenshot: klische*esc e.V.

Zugleich gibt es auch eine heftige PinkTax, sodass das vorgestellte Produkt etwa 25x mehr kostet als ein vergleichbares „reguläres“ Produkt im Baumarkt. So ist dieser “Ladybeton” also gleich mehrfach problematisch: weiblich gelesenen Personen wird suggeriert, nicht mit den regulär im Baumarkt vorhandenen Produkten umgehen zu können; mit dem Vorliegenden dann aber auch nur bestimmte Objekte herstellen zu können und zugleich einen heftigen Preisaufschlag stemmen zu müssen.

(c) Screenshot: klische*esc e.V.

Das ist gruselig, denn:

  • Das Produkt* richtet sich nur an ein (binäres) Geschlecht: Es schließt durch seine Gestaltung – z.B. durch die Verwendung bestimmter Farben (vgl. Rosa-Hellblau-Falle), Symbole, Aufschriften – oder auf andere Weise explizit oder implizit Menschen auf Grundlage ihrer Geschlechteridentität vom Kauf oder der Nutzung aus.
  • Die Werbung / Verpackung legt den Fokus auf stereotyp zugewiesene Eigenschaften einer Zielgruppe und legt damit fest, für wen das Produkt angeblich produziert wurde.
  • Das Produkt / die Werbung reduziert Personen auf ihre klischeehaft dargestellte Geschlechtszugehörigkeit und / oder reproduziert stereotype Geschlechterrollen.
  • Es werden Unterschiede zwischen den Interessen / Vorlieben der Geschlechter betont oder konstruiert.
  • Mädchen / Frauen und Jungen / Männer werden in hierarchischer Beziehung zueinander dargestellt.
  • Es besteht ein deutliches Ungleichgewicht in der Anzahl der abgebildeten (oder genannten) Frauen und Männer.
  • Das Geschlecht einer Person wird ohne Bezug zum Produkt besonders hervorgehoben und betont.
  • Das Produkt wird zwar als unisex-Produkt angeboten, enthält aber trotzdem eine implizite Geschlechtszuordnung.
  • Die Produktbeschreibung / die Werbung ist nicht geschlechtergerecht formuliert.
  • Das Produkt wird mit „Gender Pricing“ / „Pink Tax“ verkauft, d.h. die an Frauen gerichtete Version ist teurer.

Ein Wink mit dem Zaunpfahl geht nach Saarbrücken zu LadyBeton.

(hk)

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