Lego city vs Lego friends

Foto: lego.com

Die Mädchen aus Heartlake City, der Reihe Lego Friends haben Namen, lange Haare und tragen Röckchen. Die Männchen aus Lego City haben keine Namen aber dafür Berufe und Werkzeuge.

Die beiden Reihen gehören zu den Dauerbrennern unter den Einreichungen, Lego setzt schon seit Jahren auf Geschlechtertrennung und mit Einführung von Lego Friends ist die Strategie nach langer Forschung endlich aufgegangen.

Doch auf Anfragen weist die Pressestelle von Lego jede Verantwortung von sich, Lego wende sich an Kinder, hier würden keine Geschlechter getrennt. Dass die beiden Welten in pink (Freundinnen treffen, Eichhörnchen füttern, Muffins backen, Haare kämmen) und blau (erforschen, erobern, kämpfen, entdecken) gelabelt sind, mit Mädchen bzw. Jungen beworben werden und damit unter das Gendermarketing fallen, kommentiert Lego nicht. Wir schon. Und sind damit nicht die ersten. Anita Sarkeesian hat dem Thema schon 2012 ein ganzes Video  gewidmet: „Lego Friends – Lego & Gender Part 1“ und die Geschlechtertrennung im Detail an Beispielen aufgezeigt und in einem zweiten Video belegt, wie Lego selbst dafür gesorgt hat, dass die Steine, mit denen Anfang Jungen und Mädchen gleichermaßen gespielt haben, später als Jungsspielzeug etabliert wurden: „The LEGO Boys Club – Lego & Gender Part 2„. Hausgemacht also, um heute mehr Umsatz machen zu können mit der Behauptung, Jungen und Mädchen würden anders spielen und hätten „natürlich“ unterschiedliche Interessen. Zu Weihnachten 2018 bringt Lego einen Kran „for men“ heraus und behauptet auf Nachfragen, das Spiel mit LEGO Steinen sei grundsätzlich geschlechtsneutral. (Vgl auch die Einreichung ‚Er ist gut bestückt – sie ist kompliziert‚).

Viele Anlässe also, um die beiden Reihen mit aufzunehmens ins Gruselkabinett des Goldenen Zaunpfahl.

(as)

Fotos: Lego, Collage von klische*esc e.V. aus Lego Friends und Lego City